Aus dem Archiv der ExtraTip Mediengruppe.
vom 30.07.2010


Kindeswohlgefährdung im Sport

Kindeswohlgefährdung und in seiner schärfsten Form der sexuelle Missbrauch von Kindern, ist ein besonders schweres Verbrechen. Der Sport in Hessen verurteilt diese Taten aufs Schärfste und wird alle Möglichkeiten ausschöpfen, diese zu verhindern und den Opfern zu helfen.

Deshalb haben das Präsidium des Landessportbundes Hessen (lsb h) und der Vorstand der Sportjugend Hessen ein Präventionskonzept verabschiedet, das Hessens Sportvereine bei diesem sensiblen Thema unterstützt. Es sieht neben der Bereitstellung von Informationen auch diLandessportbund Hessen und Sportjugend Hessen beschließen Präventionskonzept          Foto: Private persönliche Beratung sowie die Qualifizierung über Seminare und Aus- und Fortbildungen vor.

Auch wenn Kinder und Jugendliche in Sportvereinen nur kurzzeitig betreut werden – im Gegensatz zu einem Internat – können auch hier Fälle der Kindeswohlgefährdung oder sogar von sexuellem Missbrauch sichtbar werden. Diese Ereignisse können außerhalb des Vereins liegen (z. B. bei Familienangehörigen), sie können unter Kindern/Jugendlichen stattfinden oder sie können durch Mitarbeiter/innen des Vereins erfolgen. Sportvereine dürfen hier nicht wegschauen, sondern müssen bei ernsthaftem Verdacht fachlichen Rat und Unterstützung suchen.

Der Landessportbund Hessen und die Sportjugend Hessen empfehlen den Sportvereinen deshalb, ein so genanntes täterfeindliches Umfeld zu schaffen. Ein offener Umgang mit dem Thema und die Sensibilisierung von Trainern und Betreuern ist dafür Voraussetzung. Den Sportverbänden wird dazu ab sofort ein Seminarmodul zur Verfügung gestellt, das in die Trainerausbildung einfließen soll. Auch die Sportjugend Hessen greift dieses Thema in allen Aus- und Fortbildungen angemessen auf. Sportvereinen, Sportverbänden, Übungsleitern und Trainern werden hessenweit entsprechende Informationen zur Verfügung gestellt.

Den Vereinen empfehlen Landessportbund und Sportjugend, bei Honorarverträgen mit Übungsleitern einen Verhaltenskodex zum Kindeswohl unterzeichnen zu lassen. Dieser Verhaltenskodex wird ebenfalls allen Vereinen zugänglich gemacht. Interessierte finden ihn bereits jetzt im Internet unter:

www.sportjugend-hessen.de/Infothek-Informationen-zur-Vereinsjugendarbeit.37.0.html

In konkreten Konfliktsituationen stehen Betroffenen mit Gudrun Neher und Angelika Ribler auch zwei Mitarbeiterinnen der Sportjugend Hessen als erste Ansprechpartner zur VerfüLandessportbund Hessen und Sportjugend Hessen beschließen Präventionskonzept        Foto: Privatgung. Sie beraten selbst oder vermitteln regionale Beratungsstellen. Beide sind telefonisch unter der Nummer 069/6789-270 (E-Mail: info@sportjugend-hessen.de) zu erreichen.

Bereits am 18. August bietet der Landessportbund Hessen interessierten Vereinsverantwortlichen eine kostenlose Informationsveranstaltung an. In der lsb h-Sportschule in Frankfurt wird sich Diplom-Pädagogin Birgit Lattscha u. a. der Behandlung folgender Fragen widmen: Was ist Kindeswohlgefährdung? Wie kann man sie erkennen? Was ist fachliches Handeln?

Was verlangt das Thema vom Vereinsvorstand hinsichtlich der Gefährdung durch Vertrauenspersonen, hinsichtlich des Beschwerdemanagements und der Schulung von Mitarbeitern? Anmelden können sich Interessierte per E-Mail unter uhoyer@lsbh.de.


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